Manche Menschen meistern schwierige Situationen scheinbar mit Leichtigkeit und Gelassenheit. Persönliche Angriffe prallen an ihnen ab und selbst unter hohem Druck sind sie extrem leistungsfähig. Sie scheinen alles, was auf Sie zukommt, spielend zu meistern.

Was machen diese Menschen anders? Warum haben Sie mehr Kraft, als andere?
Der Grund hierfür ist eine besondere Eigenschaft: Resilienz.

Was verbirgt sich dahinter?

Resilienz ist die mentale und psychische Widerstandskraft, mit der es uns gelingt Lebenskrisen, Konflikte, Stress und Niederlagen anzunehmen und an ihnen zu wachsen. Resilienz kann man lernen, denn wir alle tragen die Fähigkeit in uns mit Rückschlägen um zu gehen.

Stell Dir folgendes Bild vor:
Du nimmst einen Schwamm in die Hand. Drückst ihn fest, wirfst ihn gegen die Wand, trampelst darauf herum, übst Druck aus. Und was passiert, wenn du den Schwamm wieder los lässt? Er hat seine Form verändert, doch nach kurzer Zeit sieht er wieder aus, wie vorher. Der ganze Druck hat ihm nicht die Fähigkeit genommen, seine ursprüngliche Form wieder anzunehmen.

Bei uns Menschen ist dies ähnlich. Wenn wir die Fähigkeit haben nach Rückschlägen optimistisch zu bleiben, nach Lösungen zu suchen und die Sinnhaftigkeit der Situation für uns zu erkennen, fällt es uns leichter mit schwierigen Situationen umzugehen. Mehr noch, wir können neue Kraft schöpfen.

Es gibt 7 Säulen, die unsere psychische Widerstandskraft stärken:

Optimismus

Hiermit ist nicht gemeint, dass du mit Dauergrinsen durch die Gegend läufst und alles toll findest. Mit Optimismus ein Problem zu lösen heißt, sich dem Problem zu stellen und daran zu glauben, dass es funktionieren kann. Sich bewusst zu machen, dass die Krise überwunden werden kann und es wieder bessere Zeiten geben wird.

Akzeptanz

Sie ist eine sehr bedeutende Säule zum Erlangen der inneren Widerstandskraft. Wichtig ist hier der Situation ins Auge zu sehen, die Umstände nicht zu verdrängen oder sie sich schön zu reden. Viele Menschen umgehen diesen Punkt gerne und lassen sich selbst nicht genügend Zeit die Krise zu durchleben. Wir dürfen auch mal leiden und traurig sein. Doch hör auf zu hadern und hinterfrage nicht ständig, warum gerade dir das jetzt passiert. Nur wenn wir die Situation annehmen, können wir den entscheidenden Schritt nach vorne machen.

Lösungsorientierung

Wenn du den Rückschlag akzeptierst und optimistisch damit umgehst, führt dies in die richtige Richtung. Du verharrst nicht bei dem Problem, sondern suchst Lösungen. Sei kreativ, mache ein Brainstorming und trage alles zusammen, was zur Lösungsfindung beiträgt. Egal wie abstrus es dir im ersten Moment erscheint. Du hast den richtigen Weg bereits im Blick!

Die Opferrolle verlassen

Wir lernen oft schon als Kinder, dass es einfach ist in die Opferrolle zu schlüpfen. Ausreden wie: „ Das war ich nicht. Die anderen sind so böse.“ Diese Rolle ist sehr bequem, hindert uns jedoch daran eigenverantwortlich zu handeln. Wenn du dich in die Opferrolle begibst, wirst du ganz schnell zum Spielball für andere. Besinne dich auf deine Stärken! Überlege, was du gut kannst und werde aktiv!

Verantwortung übernehmen

Wenn du dich nicht mehr als Opfer siehst, fängst du automatisch an Verantwortung zu übernehmen. Wenn du einen Fehler machst, bist du dir der Konsequenzen bewusst. Stehe dafür gerade! Schiebe dein Versagen nicht auf andere. Nur du hast bei Niederlagen und Misserfolgen die Möglichkeit zu handeln und etwas zu verändern! Ein ganz wichtiger Punkt hierbei ist ins TUN zu kommen!

Netzwerke bilden

Eine besondere Komponente  in schwierigen Situationen ist das soziale Umfeld. Es ist ganz wichtig Menschen um sich zu haben, die du um Unterstützung bitten kannst. Menschen, die für dich da sind, dir zuhören und helfen. Ein Knackpunkt hierbei ist, sich die Unterstützung auch einzufordern. Keinem zur Last fallen zu wollen, ist der falsche Ansatz. Gerade in Krisen brauchen wir Hilfe von Menschen, denen wir vertrauen. Es empfiehlt sich Kontakte zu pflegen und selbst auch für andere da zu sein. Durch ein stabiles Netzwerk erhältst du ein ehrliches Feedback und die Möglichkeit zur Reflektion.

Zukunftsplanung

Wir versuchen es gerne, durch Planung und Kontrolle uns vor den Wechselfällen des Lebens zu schützen. Dies ist leider nur bedingt möglich. Trotzdem ist es wichtig, zu wissen, wo du hin willst. Was erwartest du von deinem Leben? Was möchtest du tun oder nicht tun? Bist du gerade in einer Sackgasse angelangt, dann handele und verändere etwas!

Überprüfe deine Ziele immer wieder neu. Sie und deine Einstellung zum Leben verändern sich und schnell passt dein ursprüngliches Ziel nicht mehr zu deinen derzeitigen Wünschen.

Diese sieben Resilienzsäulen sind bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt.
Das Schöne daran ist, dass du jede dieser Resilienzsäulen ausbauen und stärken kannst!

Viel Erfolg und herzliche Grüße
Alexandra Karr-Meng

Alexandra Karr-Meng ist seit 2004 Beraterin, Trainerin und Systematischer Management Coach zu den Bereichen Resilienz, Achtsamkeit und Change Management.